... seit 140 Jahren krank
Der Edelkrebs ist die einzige in Sachsen-Anhalt heimische Flußkrebsart. Er kam ehemals in nahezu allen Gewässern vor. Binnen weniger Jahrzehnte brachen die Bestände zusammen. Der Niedergang geschah durch eine ganze Reihe von Einflüssen, deren Ursprung immer menschliche Eingriffe in die natürlichen Abläufe waren.
Gerade die Flußlandschaften mit ihrer Vielfalt an Uferstrukturen wie Abbrüchen, Buchten, Unterspülungen und Kiesbänken boten dem Edelkrebs ideale Voraussetzungen. Die Tiere müssen häufig gewesen sein, ihre Nutzbarkeit schien unerschöpflich. Der Handel mit Krebsen war bedeutend. Sie fanden als Delikatesse, Fastenspeise und für medizinische Zwecke Verwendung.
Der starken Befischung hielten die Krebse stand, stärkere Rückgänge traten erst auf, als mit der Industrialisierung die Abwassermengen anstiegen und zur selben Zeit der Umbau der Flüsse in Angriff genommen wurde. Begradigung, Befestigung und künstliche Eintiefung zur Schiffbarmachung und zum Hochwasserschutz und der Aufstau zum Betrieb von Mühlen mit der Folge der Verschlammung der Stauräume veränderten die Flüsse grundlegend. Dem konnten die Krebse nicht standhalten. In dieser Situation begann sich eine Infektionskrankheit auszubreiten, die 1860 vermutlich mit amerikanischen Flußkrebsen eingeschleppt wurde. Die ”Krebspest” genannte tödliche Pilzerkrankung breitete sich über Europa aus und zerstörte die zusammenhängenden europäischen Krebsbestände. Nur wenige isolierte Vorkommen blieben von dem Massensterben verschont.
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Wußtet Ihr, daß der Edelkrebs überwiegend nachtaktiv ist? Tagsüber versteckt er sich in Höhlen, die er sich im lehmigen Uferbereich gräbt.
in der Bundesartenschutzverordnung als “vom Aussterben bedroht” und besonders geschützt, in Sachsen-Anhalt und Thüringen als “stark gefährdet” eingestuft.