Hecht (Escox lucius)

Der anspruchsvolle Räuber


Der Hecht ist ein raffinierter Jäger. Durch seine Färbung gut getarnt lauert er seiner Nahrung im Unterwasserdickicht auf und erbeutet sie durch blitzschnelles Zustoßen. Dabei sind ihm von Zeit zu Zeit auch die eigenen Artgenossen als Mittagstisch willkommen. Als Einzelgänger findet er sich nur zur Laichzeit mit anderen Hechten zusammen. Hechte sind hinsichtlich der Wasserqualitä t äußerst anspruchsvoll. Sie bevorzugen klare Gewässer mit reichlichem Wasserpflanzenbewuchs. In Sachsen-Anhalt gelten Hechte zwar nicht als gefährdet, die Bestände sind aber rückläufig. Insbesondere die großen Flüsse weisen nur noch geringe Hechtbestände auf. Wasserbauliche Maßnahmen haben zu einer Abnahme an Laichplätzen und Unterständen geführt, als begehrte Fischart werden Hechte intensiv beangelt. Da Hechte an seichten, verkrauteten Uferstellen und auf überschwemmten Wiesen laichen, wird ihnen auf stauregulierten Überschwemmungsflächen das zu frühe und zu schnelle Senken der Wasserstände zum Verhängnis und verursacht regelmäßig das Austrocknen von Laich und Brut.

Nebentext:

Gewässerverunreinigungen können auf Fische zum einen durch ihre Giftwirkung unmittelbar tödlich wirken, zum anderen die Vitalität und den Fortpflanzungserfolg beeinträchtigen (Langzeitgifte). Sie können auch Sauerstoffmangel erzeugen oder zu Eutrophierung und Verschlammung des Lebensraumes führen.

Als „Eutrophierung“ wird die Anreicherung des Wassers mit Pflanzennährstoffen (Nitrate, Phosphate) bezeichnet. Sie ermöglicht die Massenentwicklung von Algen. Beim Abbau der übermäßigen Biomasse kann es zu Sauerstoffmangel kommen, eine der häufigsten Ursachen für Fischsterben. Stauregulierte Flussabschnitte sind für starke Algenaufkommen besonders anfällig, denn in Folge der Stauhaltung steigt die Wassertemperatur, was solche Massenentwicklungen zusätzlich befördert.

Ein gefräßiger Räuber: Bisweilen erstickt der Hecht in seiner Gier auch an seiner Beute. Und: Hechte können 50-70 Jahre alt werden

gilt in Sachsen-Anhalt nicht als gefährdet, deutschlandweit gefährdet