Lachs (Salmo salar)

...Fluss-Springer und Küchenstar


Lachse in Elbe und Saale – fast hört es sich wie ein Märchen an. Und doch bildete ihr Fang an der Elbe und den großen Nebenflüssen die Haupteinnahmequelle der Flussfischer. Lachse waren nicht nur hier auf dem Küchentisch populär, sondern in ganz Europa der wichtigste Wirtschaftsfisch. Die Tiere wurden auf dem Weg vom Meer zu ihren Laichplätzen in den Oberläufen der Flüsse gefangen. Die Wanderung geschah in mehreren großen Schüben, den sog. Zügen. Die Lachse zogen dabei nicht zu beliebigen Laichgründen, sondern kehrten zu dem Ort zurück, an dem sie geschlüpft waren. Bemerkenswert sind auch die körperlichen Veränderungen: Während des langen Laichaufstiegs erlangten die Lachse ihre endgültige Geschlechtsreife, ihr Mund deformierte sich zum Schutz ihrer Jungen, sie nahmen keine Nahrung mehr auf und ihr Darmtrakt bildete sich zurück.

Anfang des 20. Jahrhunderts brach der Bestand zusammen. Der letzte Lachsfluss in Mitteldeutschland war die Saale, dann starben die Lachse auch dort aus. Der allmählich Rückgang setzte schon früh ein und hing unmittelbar mit dem Bau von Wehren und Schleusen zusammen. Je mehr Wehre gebaut wurden und je höher die Anlagen wurden, desto schwerer konnten die Lachse diese überwinden und ihre Laichplätze erreichen. Schon im 10. Jahrhundert wurde die Havel durch den Bau des Brandenburger Mühlenwehres für Lachse abgeriegelt.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg gab es an der Saale einen Fangrekord, da die Wehre im Unterlauf zerstört waren und somit der Fluss für Lachse leichter passierbar wurde. Die wichtigsten Laichplätze des Elblachses lagen in Böhmen. Sie gingen mit dem Bau von Wehren verloren, zuletzt durch das Elbwehr am Schreckenstein mit 7 Metern Stauhöhe.

Ebenso alt wie Bestandseinbrüche sind auch Rettungsversuche, um den Lachs und damit den Fischertrag zu erhalten. Zeitweise wurden Lachse in großen Mengen in Brutanstalten herangezogen und ausgesetzt, eine Maßnahme, die den weiteren Rückgang und letztlich das Aussterben nicht aufhalten konnte.

Vor fünf Jahren wurde mit der Wiederansiedlung des Lachses in der Elbe begonnen. Drei Jahre später konnte man in Bächen des Elbsandsteingebirges wieder Lachse springen sehen. Sie hatten es geschafft, von dort bis ins Meer und wieder zurück zu kommen!

Dank ihres Sprungvermögens können Lachse Hindernisse überwinden. Ihre maximale Sprungleistung liegt bei etwa 1,7 Metern.