Rapfen (Aspius aspius)
und Aland (Leuciscus idus)
Frei-Schwimmer
Kaum jemand kennt ihre Namen. Und doch sind Rapfen und Aland typische Flussfische, die in Elbe und Saale leben. Sie kommen vor allem im Mittel- und Unterlauf größerer Flüsse vor, also dort, wo das Wasser schon etwas langsamer fließt. Weiter stromaufwärts begibt sich der Rapfen nur zur Laichzeit, der Aland steigt dann sogar bis in kleinere Bäche auf. Beide Arten werden auf ihren Wanderungen durch
Querbauwerke (Wehre, Schleusen) stark behindert und können viele an sich geeignete Laichplätze gar nicht mehr erreichen. Dazu kommt, dass Rapfen und Aland zur Eiablage flach überspülte Kiesbänke benötigen. Die gibt es an unseren Flüssen kaum noch, die wenigen verbliebenen sind durch Verschlammung stark gefährdet. Hinsichtlich der Wasserqualität sind beide dagegen recht anspruchslos. Dass sie deutschlandweit gefährdet sind, liegt vor allem an den
Gewässerverbauungen, die ihre natürlichen Wanderungen unterbinden und viele Laichlätze zerstört haben.Flüsse sind veränderlich. Ständige Bewegung und wechselnde Wasserstände formen ein Mosaik vielfältiger Strukturen. Mal fließt das Wasser schnell, mal gleitet es ruhig dahin, mal strömt es gar rückwärts oder im Kreis. Natürliche Flüsse
verändern immer wieder Form und Verlauf. Die Ufer verlagern sich, Inseln entstehen und werden wieder fortgespült. Mit wechselnden Wasserständen wachsen und schrumpfen Sand- und Kiesbänke. Mäander werden durchschnitten, Altarme bleiben zurück und verlanden allmählich.
Werden Flüsse reguliert, befestigt und ausgebaut, finden diese Prozesse nicht mehr statt.
Rapfen und Aland gehören in die Gruppe der Karpfenfische. Während beide Arten bei uns heimisch sind, stammen die eigentlichen Karpfen (Cyprinus carpio) aus den Flussgebieten des Schwarzen und Kaspischen Meeres und wurden vermutlich erst im 15. Jahrhundert durch Mönche eingeführt, denen sie als Fastenspeise dienten.