… verlorener Riese unserer Flüsse
Der Stör war ein typischer Fisch der Elbe und kam sogar in der Saale vor.
Während andere Wanderfische an ihm vorbei in die Oberläufe zogen, blieb der Stör zum Laichen in den weiten, langsam fließenden Unterläufen. Die Eiablage fand im Sommer an flachen, kiesigen Stellen im Fluss statt. Die Jungtiere blieben nach der Geburt noch für ein bis zwei Jahre im Süßwasser, ehe sie sich auf den Weg ins Meer machten.
Der Stör ist heute bei uns ausgestorben, in der Elbe wurde der letzte Mitte der 50er Jahre gefangen. Auch weltweit existieren nur noch kleine Restbestände, deren Überleben sehr unsicher ist. Dabei war er einst weit verbreitet, entlang der europäischen Küsten vom Nordkap über Ost- und Nordsee, bis zum Mittel- und Schwarzen Meer. Verantwortlich für den
dramatischen Rückgang sind Verbauung und Verschmutzung der Flüsse in Verbindung mit einem zu starken Abfischen der Laichfischbestände. Störe brauchen lange Zeit, die Geschlechtsreife zu erreichen, die weiblichen Tiere bis vierzehn Jahre. Sie können einer starken Befischung nicht standhalten, da sich der Bestand nicht in gleicher Geschwindigkeit regenerieren kann.
An der Elbe setzte der Rückgang Ende des 19. Jahrhunderts ein. Grund war der Bau und die Verlegung von Buhnen, was die Laichplätze des Störs vernichtete. Dabei verschwanden sowohl die für die Eiablage wichtigen Sander und Untiefen, als auch die flachen Nebenrinnen, in denen der Stör bevorzugt flussaufwärts schwamm. Eine Wiedereinbürgerung in der Elbe scheint unwahrscheinlich, schon wegen der fast vollständigen Ausrottung der Bestände in der Nordsee.
1907 wurde einer der letzten Störe in der Elbe gefangen. Er war 3,05 Meter lang und 150 kg schwer. Manche früher gefangene Störe waren sogar fünf bis sechs Meter lang.
in Sachsen-Anhalt und auch deutschlandweit ausgestorben