Wels (Silurus glanis)

Ein Ungetüm im warmen Grund
 

Der Wels erreicht bei uns seine westliche Verbreitungsgrenze. Er lebt als Bodenfisch in großen, sommerwarmen Flüssen und war insbesondere an der Mittelelbe mit ihren ausgedehnten Altwässern ein typischer Bestandteil der Flussfischfauna.

Als schlechter Schwimmer meidet der Wels stärker strömende Bereiche. Er verbringt den Tag an tieferen Gewässerstellen, wird vor allem nachts aktiv und jagt dann auch in flachen Bereichen und an der Oberfläche. Zum Ablaichen braucht der Wels hohe Wassertemperaturen von zwanzig Grad und mehr. Die Alttiere suchen dann paarweise seichte Uferstellen oder überschwemmte Wiesen auf, wo sich das Wasser schnell erwärmt. Dort hält sich die Brut nach dem Schlüpfen die erste Zeit auf. Später können die kleinen Welse zu wahren Ungetümen mit bis zu zwei Zentnern Gewicht und über zwei Metern Länge heranwachsen: Welse sind die größten einheimischen Süßwasserfische und können ein hohes Lebensalter erreichen.

Der Bestand ging schon vor 1900 mit dem Ausbau der Elbe und ihrer großen Nebenflüsse zu Wasserstraßen zurück. Dabei gingen seine Laich- und Aufwuchsgebiete – Überschwemmungswiesen und sich rasch erwärmende Altarme – verloren. Natürliche Vorkommen gibt es gegenwärtig nur noch im Gebiet der unteren Havel. 1992 wurden an der Elbe und einigen Altwässern Welse zur Wiedereinbürgerung ausgesetzt. Eine Erholung des Bestandes ist allerdings an den ausgebauten Flüssen kaum zu erwarten.

Still liegt der Wels am Grund und schnappt nach allem, was ihm in die Quere kommt.

in Sachsen-Anhalt vom Aussterben bedroht, deutschlandweit stark gefährdet